Budo Club Ken Shiki e.V. Inklusion Judo Verein
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Beim Randori, dem Wettkampf zwischen zwei Partnern, die all ihre Möglichkeiten ausnutzen und alle Regeln des Judo einhalten, müssen beide Gegner ständig auf der Hut sein, um nach der Ermittlung des verwundbaren Punktes unverzüglich Angreifen zu können. Dieser Zustand der Seele, die allgemeine Einstellung auf die Findigkeit beim Angriff, hilft, den Schüler in allen Dingen zu Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit, Vorsicht, Einfühlungsvermögen und Motiviertheit zu erziehen. Dabei wird der Mensch auch im Fassen schneller Entscheidungen und in der Vervollkommnung plötzlicher Handlungen trainiert, weil beim Randori derjenige, der es nicht versteht, sich schnell zu entscheiden und rasch zu handeln, die Aussicht auf einen Erfolg beim Angriff wie bei der Verteidigung verliert.                                                                                                          Gigoro Kano

Die Judo- Philosophie

Judo ist nicht ausschließlich ein Weg der Leibesertüchtigung, sonder darüber hinaus auch eine Philosphie zur
Persönlichkeitsentwicklung. Zwei Grundprinzipien liegen im Wesentlichen zugrunde :

- Das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen.

- Der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist

+++++Die Judo Werte :Bescheidenheit-Ehrlichkeit-Ernsthaftigkeit-Hilfsbereitschaft-Höflichkeit-Mut-Respekt-Selbstbehrschung-Wertschatzung
 

 

  

 

 
 

Die JudoWerte

 

 

 

Bescheidenheit
Ehrlichkeit
Spiele Dich selbst nicht in den Vordergrund. Sprich über Deinen Erfolg nicht mit Übertreibung. Orientiere Dich an den Besseren und nicht an denen, deren Leistungsstand Du bereits erreicht hast.
Kämpfe fair, ohne unsportliche Handlungen und ohne Hintergedanken.
Ernsthaftigkeit
Hilfsbereitschaft
Sei bei allen Übungen und im Wettkampf konzentriert und voll bei der Sache. Entwickle eine positive Trainingseinstellung und übe fleißig.
Hilf Deinem Partner, die Techniken korrekt zu erlernen. Sei ein guter Uke. Unterstütze als Höher-Graduierter oder Trainings-Älterer die Anfänger. Hilf den Neuen, sich in der Gruppe zurecht zu finden.
Höflichkeit
Mut
Behandle Deine Trainingspartner und Wettkampfgegner wie Freunde. Zeige Deinen Respekt gegenüber jedem Judo-Übenden durch eine ordentliche Verneigung.
Nimm im Randori und Wettkampf Dein Herz in die Hand. Gib Dich niemals auf - auch nicht bei einer drohenden Niederlage oder bei einem scheinbar übermächtigen Gegner.
Respekt
Selbstbeherrschung
Begegne Deinem Lehrer/Deiner Lehrerin und den Trainings-Älteren zuvorkommend. Erkenne die Leistungen derjenigen an, die schon vor Deiner Zeit Judo betrieben haben.
Achte auf Pünktlichkeit und Disziplin bei Training und Wettkampf. Verliere auf der Matte nie die Beherrschung - auch nicht bei Situationen, die Du als unfair empfindest.
Wertschätzung
Erkenne die Leistung jedes anderen an, wenn dieser sich nach seinen Möglichkeiten ernsthaft anstrengt.
 

 

 

Judo - Eine Sportart für ALLE

Seit Beginn der 70er Jahre wird Judo erfolgreich in den Behindertensport integriert. Den behinderten Menschen werden Anreize im Bereich der Koordinationsfähigkeit und Kräftigung gegeben. Judo ist eine interessante Alternative/Ergänzung zur Krankengymnastik. Es wurde festgestellt, dass sich bei vielen der Muskeltonus reguliert. Auch psychosomatische Probleme verschwinden, die Selbstsicherheit steigt und die Koordinationsfähigkeit verbessert sich.

Zwei Prinzipien bestimmen das Wesen der Sportart Judo

Das Technische Prinzip vom Siegen durch Nachgeben betont die notwendige Bewegungsökonomie. Der Judoka will mit möglichst geringem Aufwand zu maximalen Erfolgen kommen. Dieses lässt sich erreichen, wenn Körper und Geist zu einem höchst wirksamen Gebrauch und Zusammenspiel trainiert werden.

Das Moralische Prinzip vom gegenseitigen Helfen und Verstehen lässt Judo zu einem ausgezeichneten Erziehungssystem werden. Wichtig zu wissen, dass dieses Prinzip nicht heute in die Sportart hinein interpretiert wird, sondern vor über 110 Jahren niedergeschrieben, die Grundlage für das moderne Judo bildet.

Judo ist somit ein dynamisches Bewegungsangebot für alle Behinderten, weil es den behinderten Menschen ganzheitlich erfasst, weil behinderte Menschen diesen Sport mit ihrer ganzen Person betreiben und weil Judo für Behinderte spezifische Methoden, Techniken und Verfahren ausgebildet hat, die alles unterlassen, was zusätzlich schädigend oder störend wirken kann.

 

Welche Zielsetzung steht dahinter?

Ein Jukoda kann seine Techniken verbessern, höhere Judo-Grade erwerben oder verschiedene Formen des Wettkampfsportes betreiben. Das Ziel des Judo der Behinderten besteht jedoch nicht primär darin, eine Judotechnik effizient, brillant und dynamisch auszuführen. Vielmehr will Judo dazu beitragen, den behinderten Menschen bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme durch ein kleines Stückchen mehr an Selbständigkeit und Handlungskompetenz zu helfen.

Neben den sportlichen Aktivitäten geht es um die Verbesserung der psychosozialen und gesellschaftlichen Situation durch Förderung von Kontakten und Kommunikation. Trainingsgrundlagen des Judo sind partnerschaftliche Boden- und Standtechniken, Gemeinschaftsspiele und Entspannungsübungen.

Unser Motto: Freude an der Bewegung

Judo als Rehabilitationssport

Judo wirkt mit den Mitteln des Sports ganzheitlich auf Behinderte oder von Behinderung Bedrohte ein und unterstützt als eine von vielen Maßnahmen den Therapieplan des Arztes. Dabei werden insbesondere die konditionellen Fähigkeiten Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, sowie die koordinativen Fähigkeiten Gleichgewicht, Reaktion, Orientierung und Geschicklichkeit gefördert. Judo als Rehabilitationssport umfasst sportliche Übungen in Gruppen unter ärztlicher Betreuung bzw. Überwachung. Dieser Sport darf nur von Übungsleitern mit einer besonderen Qualifikation im Rahmen von regelmäßig abzuhaltenden Übungsstunden durchgeführt werden. Die Sportart Judo bietet alle Voraussetzungen, um als Rehabilitationssport von den gesetzlichen Trägern der Rehabilitation anerkannt zu werden.

Judo mit Geistig- und Lernbehinderten

Bei geistig behinderten Menschen hat sich gezeigt, dass diese gerne raufen und sich auseinandersetzen. Durch dieses Raufen können sie aggressives Verhalten abbauen, ihr Selbstbewusstsein stärken und auch das Gruppenverhalten verbessern.

Judo für Geistig- und Lernbehinderte wird erst seit Beginn der 80er Jahre angeboten. Häufig arbeiten hier die Judovereine mit den Einrichtungen für geistig Behinderte zusammen. Anfängern werden zunächst nur Bodentechniken gezeigt, da sie im Stand oft Gleichgewichtsstörungen haben. Im Boden ist eine kämpferische Auseinandersetzung möglich, ohne dass eine besondere Verletzungsgefahr besteht. Im Stand dominieren bei behinderten Judokas Beintechniken und Eindrehwürfe.

Mittlerweile werden für Geistig- und Lernbehinderte auch Wettkämpfe angeboten, unter anderem auch die Deutschen Meisterschaften.

Judo mit Veund psychischrhaltensauffälligen 

 

Bei verhaltensauffälligen Menschen soll in erster Linie das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Sie lernen im Judo ein besseres Verhalten dem Partner und der Gruppe gegenüber. Judo ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung, denn es wird gezielt zur Unterstützung der Therapie eingesetzt.

Judo als Breitensport für Behinderte

Hier orientiert sich Judo primär an individuellen Normen und Leistungen und berücksichtigt besonders die Bedürfnisse nach Gesundheit, Geselligkeit, Spiel und Spaß. Tragende Elemente sind die Betonung nicht wettkampforientierter Inhalte und die Einbeziehung anderer Sportarten und vielfältigen Freizeitaktivitäten.

Judo als Wettkampfsport

Blinde und sehbehinderte Judoka kämpfen bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei den Paralympics um Titel und Medaillen. Aber auch für Judoka mit einer körperlichen und geistigen Behinderung wurde auf internationaler Ebene ein sportliches Wettkampfsystem aufgebaut. Deutsche Judomeisterschaften sind bereits installiert, Europa- und Weltmeisterschaften werden folgen.

Wie sieht eine Judostunde aus?

Erwärmungsphase beinhaltet gymnastische Übungen und interaktive Spiele. Der Judoteil besteht aus einem partnerschaftlichen Training von Fallübungen, Wurftechniken und Bodengriffen. Kämpferische Spiele und entspannende Phasen runden die Judostunde ab.

Vielen Menschen mit geistiger Behinderung kommt der eher reglementierte und teils ritualisierte Ablauf einer Judo-Übungsstunde bei der Bewältigung ihrer Probleme sehr entgegen. Sie empfinden diese Teile einer Trainingsstunde keinesfalls einengend, sondern hilfreich bei der Bewältigung vieler Probleme, die ihre Erkrankungen mit sich bringen, wie

Konzentrationsschwächen, Wahrnehmungsstörungen usw.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Budo Club Ken Shiki e.V Berlin  | Post@bc-ken-Shiki.de